Wer die Gegenwart beherrscht, …
- der kann sich auch in Kommissionen beteiligen, die die wahre Geschichte Deutschlands noch für alle Zukunft verfälschen!
Unkenntnis und Ignoranz
Von Klaus WiegrefeDer Bericht einer Historikerkommission sollte den Streit um die Nazi-Vergangenheit des Auswärtigen Amts befrieden. Das Gegenteil ist der Fall: Historiker laufen Sturm gegen den Bestseller.
…
“Das Amt” enthält eine Reihe merkwürdiger Thesen, vor allem in dem Teil über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust, für den Zimmermann verantwortlich zeichnet. Der Professor aus Jerusalem ist nicht nur für differenzierte Urteile bekannt. So erklärte er vor kurzem mutig, die gesamte “deutsche Gesellschaft zwischen 1933 und 1945″ sei eine “verbrecherische Organisation oder eine verbrecherische Gesellschaft” gewesen.
…
In dem Bericht heißt es nun, schon Anfang 1939, also wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, habe den deutschen Diplomaten “klar sein müssen”, dass ihre Behörde die “physische Vernichtung” der Juden anstrebe. Wo doch Hitler in einer Rede für den Fall eines Weltkriegs mit der “Vernichtung der jüdischen Rasse” gedroht habe.Was plausibel klingt, entspricht in Wahrheit nicht dem Stand der Forschung. Denn damals setzte Hitler noch auf die Vertreibung der Juden aus Deutschland und wollte diese offenbar befördern. Es gibt keinen Beleg für die These, dass Hitler oder sein Außenminister Joachim von Ribbentrop – an deren Gewaltbereitschaft niemand zweifelt – zu diesem Zeitpunkt den Holocaust konkret geplant hätten. Er wisse gar nicht, ätzt Mommsen, “wie man zu einer solche Fehlinterpretation gelangen kann”.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,druck-733101,00.html
Und der gemeine Bürger der heute gerade (und erstmals!) staunend durch Wikileaks erfährt, welch menschenverachtende Politik die USA seit Jahren machen – der soll in Zeiten mit noch größerer Geheimhaltung in Partei und politischer Kaste, “rechtzeitig” von der “geplanten Vernichtung der Juden” erfahren haben – und deshalb “kollektiv schuld sein”, weil er nichts unternommen hat?
Wenn noch nicht einmal die Diplomaten im Auswärtigen Amt zu Kriegsbeginn (also bei Eintritt des Kriegsrechts) Kenntnis davon hatten?
Und auf welcher Rechtsgrundlage hätte sich damals (wie heute!) ein Bürger herausnehmen können, ohne Angst um seine eigene Unversehrtheit zu haben, dagegen zu protestieren – wenn selbst unsere heute gültigen Notstandsgesetze einen solchen Widerstand bereits im Keim ersticken würden?
Dann sind wohl auch alle Schotten daran schuld, daß der Lockerbie-Attentäter wieder in Freiheit ist?
Go figure …
Es wird wohl Zeit, daß noch ewas mehr, als nur die Geschichte des Auswärtigen Amtes, aufgearbeitet werden muß.
–pag
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